Einkommen

90% der Einwohner dieser Region leben fast ausschließlich von den "Früchten des Meeres".
Rund um die Uhr wird - den ganzen Küstenstreifen entlang - noch auf einfache, traditionelle Weise gefischt.

Einige werfen händisch das Netz aus. Tagsüber wird mit den kleinen Holzbooten in Küstennähe gearbeitet.
Die größeren Boote mit den Außenbordmotoren fahren - völlig unzureichend ausgerüstet, d.h. ohne Kompass, Schutzjacken oder Rettungsringe - am späten Nachmittag (an 6 Tagen pro Woche) auf die Hohe See hinaus!

Dort harren sie geduldig aus und kehren, wenn alles gut geht, um 6 Uhr morgens wieder mit ihrem Fang zurück.


Immer sind es Gruppen von Männern, die zusammen arbeiten, mit vereinten Kräften die langen Netze an Land ziehen und dort die Ausbeute untereinander aufteilen.
Die Boote werden allmorgendlich von den Fisch-Händlerinnen mit ihren Kindern erwartet. Sogleich geht das Feilschen um günstige Preise los, die Fische werden gewaschen, die kleinen unter Netzen (zum Schutz vor gierigen Raben) zum Trocknen ausgelegt, die schönsten werden von einigen Helfern in riesigen Schüsseln auf die Köpfe der (dafür meist viel zu zart gebauten) Frauen gehievt und zu den kleinen lokalen Märkten in der Umgebung getragen.

Vom Verkaufserlös, der meist 1-2 Euro pro Tag nicht übersteigt, sollte eigentlich die ganze Großfamilie leben können, d.h. dieses Einkommen müsste für Ernährung, Kleidung, medizinische Versorgung, Schulbildung der Kinder usw. reichen. Eine staatliche Sozialfürsorge gibt es nicht.


Private Versicherungen können sich nur die wenigsten leisten und Hilfsorganisationen sind in dieser "vergessenen" Region kaum zu finden. Der Kampf um´s tägliche Überleben lässt die Menschen sehr früh altern.

Leider wird die Situation der Fischer in unseren Tagen zunehmend schwieriger! Gut ausgerüstete Hochsee-Trawler reicher Nationen fischen immer skrupelloser in großen Mengen einträglichere Fischarten schon weiter draußen weg, sodass für die Küsten-Fischer mit ihren traditionellen Fangmethoden eine eher armselige Ausbeute übrig bleibt.

Inzwischen planen EU und indische Regierung sogar neue Handelsabkommen abzuschließen, die es der EU ermöglichen, ihren Fisch billiger nach Indien zu exportieren, was die Armen dort vollends in den Ruin treiben und ihnen ihre einzige Lebensgrundlage entziehen wird!


Viele können nur überleben, weil ihre Söhne bzw. jungen Ehemänner - oft unter menschenunwürdigen Bedingungen - als Gastarbeiter in den Golfstaaten leben und eisern sparen, damit sie regelmäßig ein paar Rupien an ihre Familien nach Hause schicken können. In vielen jungen Familien sehen die Väter ihre Kinder nicht aufwachsen. So müssen die Frauen mit den unmittelbaren Nöten des Alltags alleine fertig werden.