Klima, Lebensart und soziale Probleme

Von September bis März ist das Klima unter dem Blätterdach der Kokospalmen recht angenehm. Von Ende März bis Ende Mai ist es anstrengend feucht-heiß und danach tränkt der Monsunregen 3 Monate lang die rote Erde und erschwert, ja lähmt das Leben.


Trotzdem fahren die meisten Fischer auch unter Lebensgefahr auf die See hinaus, da sie mehrere Tage ohne Einkommen für die Familie nicht riskieren können.
Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen mit Schwerverletzten und Toten.

Die Landschaft ist wunderschön. Es gibt traumhafte saubere Sandstrände, die aber von den Einheimischen so gut wie gar nicht zum Schwimmen genutzt werden. Nur einmal im Jahr, am Tag nach Heiligabend, wird ein kollektives Schwimm-Fest veranstaltet. Dann dürfen sich alle, selbst die Frauen in ihren Saaris, in den Wellen vergnügen.
Abends wird im Sand gespielt (abgesehen von vereinzelten Bällen gibt es natürlich keine gekauften Spielsachen) oder einfach beisammen gesessen, Essen zubereitet, an kaputten Netzen geflickt, erzählt und gemeinsam gebetet.


Man lässt die "Seele baumeln", was auf die sonst von schweren Sorgen niedergedrückten Menschen heilsame Auswirkungen hat. Eine friedliche Atmosphäre liegt über dem Land, während die Sonne orangefarben am Horizont ins Wasser sinkt.
Einige Strandabschnitte sind für den Tourismus erschlossen, man findet schöne Bungalow-Anlagen und Ayurveda-Hotels, in denen Touristen aus aller Welt nach allen Regeln indischer Gastfreundschaft und Heilkunst verwöhnt werden.

Das Fischervolk in unmittelbarer Nachbarschaft nimmt davon nicht Notiz, weil es keinen Vorteil von dieser Branche hat.
Es ist, als hätte man eine unsichtbare Grenze zwischen zwei gegensätzlichen Welten gezogen, die von beiden Seiten respektiert und nicht übertreten wird.
Während der Regenzeit sind Wohnsituation und hygienische Bedingungen eine besondere Zumutung.
Es gibt einige öffentliche Waschanlagen und "Toiletten" unter freiem Himmel sowie Wasserzapf-Stellen entlang der Hauptstraßen.


Aber man käme, wenn man hier die Wege entlang geht, niemals auf den Gedanken, dass man schon das 21. Jahrhundert schreibt. Eine für die vielen Einwohner unzureichende Trinkwasserversorgung und der Mangel an abwechslungsreicher Ernährung führen - bei im allgemeinen unbezahlbarer medizinischer Versorgung - zu Krankheiten, an denen viele Kinder bereits vor dem 10. Lebensjahr sterben.

Auch Krebserkrankungen und Folgekrankheiten eines zu hohen Alkoholkonsums sind unter den Fischern stark verbreitet.
Um hier praktikable Lösungen anzudenken, müsste man auf große Geldsummen zurückgreifen können. Alle bisherigen Regierungen des Landes und des Bundes waren mit der Fülle an bestehenden Problemen überfordert und sind es bis heute. Und das obwohl sich Indien in den letzten Jahren zu einer international anerkannten Wirtschaftsmacht entwickelt hat.
Die Armen fallen dort - wie überall auf der Welt - durch die gängigen Erfolgsraster, werden billigerweise ignoriert und unaufhaltsam immer ärmer.




Ein vielversprechender, realistisch -dosierbarer-, langfristig angelegter Hilfsansatz besteht in der Förderung der Schulausbildung junger Menschen, wie wir sie mittels Kinderpatenschaften zu verwirklichen suchen.